Frankreich Austausch: Bretagne 2026zurück

Das erste Pain au Chocolat, ein hochkalorisches französisches Gebäck, gibt es für einige schon an der ersten Raststätte nach der Grenze. Nach der Abfahrt um 4.00h vom Schulzentrum sind wir müde, aber sehr guter Dinge, denn spätestens jetzt ist klar: Der Austausch hat begonnen, Allemagne mit seinen alltäglichen Zwängen (Unterricht, Eltern) liegt hinter uns, die Sonne scheint uns ins Gesicht und eine ausgelassene Vorfreude liegt über der Gruppe von 28 Schülerinnen und Schülern, die am Austausch mit Quintin in der Bretagne teilnehmen. 

Mont St Michel

Die Ortschaft empfängt uns mit mittelalterlichen, schiefergedeckten Granithäuschen, unser Bus zwängt sich durch enge, malerische Gassen, bis wir in den Schulhof einbiegen und zum ersten Mal das Lycée Jean 23 erblicken, ein altehrwürdiges, hochaufragendes Schulgebäude, das einige an Hogwarts erinnert. 

Die Gastfamilien nehmen auf dem Schulhof ihre Austauschülerinnen und -schüler in Empfang und schon geht es in ein neues Zuhause auf Zeit, wo sie herausfinden werden, wie man unter diesen Schieferdächern so lebt, spricht und was man so isst (Galettes, Crêpes oder Kouign Amann zum Beispiel). 

Am nächsten Tag wird dann am französischen Schulleben teilgenommen, das sich durchaus von unserem unterscheidet. Manche Schülerinnen meinen, im Unterricht gehe es strenger und disziplinierter zu (kurzer landeskundlicher Exkurs von der den Austausch von deutscher Seite vortrefflich organisierenden Frau Kirschner: Das liegt daran, dass die Franzosen Daniel Cohn-Bendit rausgeworfen haben und er sein antiautoritäres Unwesen dann in Hessen weitergetrieben hat, oder so ähnlich), andere nehmen das Gegenteil wahr, und es gibt leckeres Mittagessen, das gut ankommt. 

Les Allemands
Gleich am ersten Tag in der Schule findet ein Kostümumzug statt, die ganze Schule macht mit und auch unsere Gruppe ist gut vorbereitet. „Verkleidet“ als Deutsche in bayrischer Tracht nehmen wir an der Feier Teil, es wird getanzt und gejubelt, man sieht überall fröhliche Gesichter. 

Am nächsten Tag beginnen die Ausflüge, eine wechselnde Handvoll französischer Schülerinnen und Schüler gesellen sich dabei zu uns in den Bus, der uns in den folgenden Tagen an äußerst sehenswerte und interessante Orte verfrachtet, die hier kurz erwähnt werden: Cap Fréhel wird wandernd erkundet, wir besuchen den Mont St Michel (Weltkulturerbe zur Nebensaison, mega!), wo wir eine audiovisuelle Führung gebucht haben. Ile de Bréhat (Wanderung mit Picknick) und das malerische und durch Handel reich gewordene Städtchen Vannes stehen ebenfalls auf dem Programm. Bei den Ausflügen begleiten uns wechselnde französische Lehrerkollegen, die bei näherer Betrachtung unglaublich gastfreundlich, witzig und gar nicht so streng rüberkommen. Didier REZEAU zum Beispiel hat vor über 40 Jahren diesen Austausch ins Leben gerufen. Die Idee dazu kam ihm, als er als „assistant“ am Bertha-von-Suttner-Gymnasium unterrichtete, was für ein Glücksfall für alle, die seitdem davon profitiert haben! André KÖHLER hat mittlerweile den Staffelstab übernommen und kümmert sich auf der bretonischen Seite mit großem Einsatz um die Organisation des Austauschs – vom Finden und Zuordnen passender Partner („corres“) bis zur Planung der Ausflüge.

St Malo
Vannes

Für mich war es eine wirklich große Freude, die Kinder bei diesem Abenteuer begleiten zu dürfen. Unsere Schülerinnen und Schüler zeigten sich dabei als aufgeschlossene, neugierige junge Menschen, auf die man sich verlassen kann. Ich konnte sehen, wie die Saat, die im Fremdsprachenunterricht ausgebracht worden war, aufging, nicht weil ein Test anstand, sondern weil man sie brauchte, die Sprache, um mit neuen Freunden über Ländergrenzen hinweg zu kommunizieren. Magnifique! 

Thomas Lang

Au Revoir