Eine Botschaft, die noch lange nachhallt – unsere Sommerbühne 2025zurück
Am 22. Juli 2025 wurde das Edwin-Scharff-Haus in Neu-Ulm wieder von zahlreichen Mitgliedern unserer Schulfamilie besucht, um die künstlerischen Beiträge unserer Schülerinnen und Schüler bei unserer „Sommerbühne“ zu genießen.
Es ist 18:58 Uhr. Im Foyer des Edwin-Scharff-Hauses herrscht gespannte Vorfreude. Schülerinnen und Schüler in feiner Garderobe huschen vorbei, das Technikteam diskutiert letzte Abläufe, Gäste nehmen ihre Plätze ein. Dann geht der Vorhang auf und ein kurzer Videoclip kündigt die einzelnen Gruppen an, die den Abend gestalten werden.
Zwei der Organisatoren des heutigen Abends, Herr David Frauendienst und Frau Anja Fladerer, führen das Publikum direkt ein ins Herz der diesjährigen Veranstaltung: die Feier unseres Schuljubiläums, denn das Bertha-von-Suttner-Gymnasium blickt zurück auf ein halbes Jahrhundert Schulgeschichte. Besonders gewürdigt werden soll an diesem Abend auch die Friedensbotschaft der Namensgeberin Bertha von Suttner: „Musik wird zur Haltung, unser Theater zum Spiegel“, kündigen die beiden Moderatoren an. Und tatsächlich: Die Jubiläums-Sommerbühne wird zu einem vielstimmigen Appell – eindringlich, berührend, mutig.
Schon der erste Programmpunkt macht klar: Hier geht es nicht um Show, sondern um Botschaften: Der Unterstufenchor, geleitet von Frau Sara Sprengart, eröffnet mit Mamma Mia, An Guten Tagen und I Have a Dream und vermittelt hiermit nicht nur jugendliche Lebensfreude, sondern auch eine Zukunftsvision von einer Menschheit, die in Frieden miteinander lebt. Anschließend folgt der Auftritt unserer Combo unter der Leitung von Herrn Jonas Mittag, die das Publikum mit Funk- und Soulstücken mitreißt; die kraftvollen groovigen Rhythmen mit den Titeln Groove to the Music, Strong enough und Make it funky vermitteln eindrücklich: „Wir sind bereit, laut zu sein.“ Stimmgewaltig beschwört das Vokalensemble von Herrn David Frauendienst mit Human die Menschlichkeit in jedem und feiert sowohl die Liebe als auch das Leben mit den Stücken Red red rosé und Viva la vida.
Und dann: Stille. Beamer an. Die Crossover-AG beginnt mit einer kurzen erheiternden Tanzeinlage, gefolgt von einer kurzen Kriegsepisode – ein Kontrast, der stärker nicht in Szene gesetzt werden könnte. Die Eigenproduktion der Crossover-AG, einer Kombi aus Theater und Film, die in monatelanger Arbeit unter Anleitung von Frau Anja Fladerer und Frau Elisabeth Baumgartner gereift und in einer intensiven Probenwoche in Roggenburg die individuellen Stärken aller Mitglieder zusammenführte, bringt Bertha von Suttner in den Saal – nicht als verstaubte Geschichtsfigur, sondern als moderne Frau, die sucht, kämpft, mahnt. In eindrucksvoll choreografierten Szenen und prägnanten Dialogen, die medial illustriert und an ausgewählten Stellen musikalisch untermauert werden, zeigen die Kinder und Jugendlichen ihre Interpretation von Mut, Krieg, Identität und Widerstand. Sie stellen Fragen, die nachdenklich machen – und geben Antworten, die Hoffnung schenken. Ihre Präsentation ist berührend und unbequem zugleich – und wird von den jungen Schülerinnen und Schülern mit einer so großen künstlerischen Qualität dargebracht, dass das Publikum kaum zu atmen wagt.
Nach der Pause bringt das Orchester, dirigiert von Herrn Klaus Weiss, klangvolle Weite ins Haus. Mit Heal the World, Fireworks und Concerto d’amore spannt es einen Bogen von Pop zu Klassik und greift dabei zentrale Themen wie Gemeinschaft und Leidenschaft auf – wie geschaffen für einen Abend, an dem Gegensätze überwunden werden und gemeinsam musiziert und künstlerisch gewirkt wird.
Der Große Chor, geleitet von Herrn David Frauendienst, bezieht die Zuhörerinnen und Zuhörer im Saal explizit mit ein, indem die Sängerinnen und Sänger fragen: Do You Hear the People Sing? Anhand einer weiteren kurzen Choreo der Crossover-AG wird der Song Believer eingeleitet, der den unerschütterlichen Glauben Bertha von Suttners übermitteln soll. Mit I’m still standing demonstriert der Chor schließlich seine Standhaftigkeit und Willensstärke – ganz nach dem Vorbild der Friedensnobelpreisträgerin.
Die zentralen Appelle der Mitwirkenden werden von unserer Pop-Band, die von Herrn Jonas Mittag betreut wird, mit Set fire to the Rain, I Will Survive, Don’t Stop Believin’, Sweet Child of Mine – und als krönendem Abschluss: Don’t Stop Me Now – noch einmal auf den Punkt gebracht. Ausdrucksstarker Gesang, mitreißende Soli und die spürbar eingespielte Verbundenheit auf und neben der Bühne begeistern die Anwesenden: Der Applaus ist donnernd. Minutenlang. Manche stehen auf, manche haben Tränen in den Augen.
Spätestens als am Ende die über 150 Schülerinnen und Schüler, die diesen Abend gestaltet haben, Schulter an Schulter auf der Bühne stehen, sich gegenseitig zunicken und mit leuchtenden Augen ins Publikum blicken, ist klar: Hier geht es nicht nur um Musik oder Theater. Es geht um Haltung, um Zukunft, um Frieden und Gemeinschaft.
Ein herzliches Dankeschön an alle Beteiligten für diesen wunderbaren Abend!






