Alle Jahre wieder Rom und doch ist es jedes Mal ein Erlebniszurück
Bleibende Eindrücke von der Romfahrt der Zehntklässler vom 12.-18.04.2026
Auch in diesem Jahr besuchten die Lateinlerner der 10. Klassen wieder die „Ewige Stadt“ – bei unterschiedlichem Wetter reihte sich ein Highlight an das nächste.
Am Sonntag am Ende der Osterferien hieß es Kofferpacken und um 20 Uhr fuhr der Reisebus aus dem Schulparkplatz Richtung Rom. Nach 11 Stunden kamen wir endlich an und erreichten nach einem anstrengenden Fußmarsch mit unserem Gepäck durch das Stadtviertel Esquilin unser Hotel. Nach einer kurzen Verschnaufpause und der Kofferabgabe ging es gleich los auf Erkundungstour: Viele staunten über die prunkvolle Architektur der Kirchen und welche Schätze sich hinter oft unscheinbaren Mauern verbergen: So etwa eine Mosesstatue von Michelangelo und Reliquien der Apostel Petrus und Paulus. Besonders schön war die Kirche St. Paul vor den Mauern, eine der vier Papstbasiliken. Um wieder zu Kräften zu kommen, besuchten wir abends das langjährige Stammlokal Elettra gleich um die Ecke und ließen den Tag mit typisch italienischer Pizza und Pasta gemeinsam ausklingen.
Am Dienstag folgte ein echtes Highlight. Wir fuhren mit der Metro zum Kolosseum, um dieses und das angrenzende Forum Romanum zu besichtigen. Zuerst waren wir auf dem Forum, welches größer war als gedacht. Trotz dieser Tatsache war es erstaunlich zu sehen, wie dicht aneinander die Tempel, Basiliken und Paläste einst gebaut worden waren. Nach einem Gang über die Via Sacra machten wir uns auf zum Kolosseum, wo einst die Gladiatorenspiele und Tierhetzen stattfanden. Es war völlig unvorstellbar, mit welchem technischen Know-How die Römer so ein gigantisches Bauwerk vor 2000 Jahren mit purer Muskelkraft errichteten. Nach einer kleinen Stärkung machten wir uns dann noch auf für einen abendlichen Rundgang durch das Stadtinnere vorbei am Trevi Brunnen und der Spanischen Treppe. An blumenbehangenen Eisdielen und leckerem Tiramisu führte kein Weg vorbei.
Am Mittwoch erklommen wir gleich morgens den Kapitolhügel, der von Michelangelo gestaltet ist, um den besten Blick aufs Forum zu bekommen und die kapitolinischen Museen mit sagenhaften Kunstschätzen, Büsten und Statuen sowie Tempelüberresten zu sehen. Neu war für uns auch, dass die Wölfin (Lupa Capitolina) in der Geschichte der Brüder Romulus und Remus symbolisch für die „Lupa“ (lat. Prostituierte, aber auch Wölfin), die Ziehmutter der beiden, steht. Unser Nachmittagsprogramm führte uns zurück in die Innenstadt, vorbei am Regierungsviertel auf der Piazza Colonna durch malerische Gässchen bis hin zum Pantheon, dem Highlight des Tages. Der größte, am besten erhaltene, über 2000 Jahre alte Tempel mit dem großen Loch in der Kuppel beeindruckte uns alle. Dieses imposante Bauwerk wurde ohne Stahlvorrichtungen und nur mit speziellem römischem Zement errichtet. Doch unsere Begeisterung wurde leider durch einen aufkommenden starken Regen getrübt. Da half auch eine kleine Stärkung mit italienischem Kaffee und leckeren Köstlichkeiten auf der Piazza Navona nichts.
Der Donnerstag war ein Tag, auf den sich viele besonders gefreut hatten – unser Besuch im Vatikan stand an. Deshalb machten wir uns bereits früh morgens auf den Weg, sodass wir gegen 9 Uhr am Petersplatz ankamen. Dieser beeindruckte uns sofort durch seine enorme Größe und seine besondere Gestaltung mit Kolonnaden, Heiligen und Aposteln von Bernini. Als ersten Programmpunkt bestiegen wir die Kuppel des Petersdoms. Insgesamt 551 Stufen führen nach oben. Der Aufstieg war anstrengend, wurde jedoch mit einem beeindruckenden Ausblick über Rom belohnt. Von oben konnten wir nicht nur den Petersplatz in seiner ganzen Form erkennen, sondern auch weitere Sehenswürdigkeiten wie das Kolosseum entdecken. Anschließend besichtigten wir den Petersdom von innen. Er ist eine der größten Kirchen der Welt und das Zentrum der katholischen Kirche. Besonders beeindruckend war vor allem die aufwendige Gestaltung im Inneren. Zu den bekanntesten Kunstwerken gehören die „Pietà“ von Michelangelo sowie der Hauptaltar, der sich direkt über dem Grab des Apostels Petrus befinden soll. Vorbei an einigen bekannten Papstgräbern gelangten wir wieder zurück auf den mittlerweile gut besuchten Petersplatz. Nach einem Mittagsessen hatten wir leider kein Glück beim Anstehen für die Vatikanischen Museen. Weil der Besucherandrang ungleich höher war als in den letzten Jahren, konnten wir leider keinen Blick in die Sixtinische Kapelle werfen. Aber aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben – wir kommen wieder, zumindest wenn wir eine Münze in den Trevi Brunnen werfen, wie ein Aberglaube besagt. Abends ließen wir den Tag beim Pizzaessen in Trastevere, in einem belebten Szenestadtteil ausklingen mit anschließenden Nachtspaziergang zurück ins Hotel durch ungewohnt menschenleere, aber stimmungsvoll beleuchtete Straßenecken.
Unser letzter Tag startete mit der Besichtigung der Santa Maria Maggiore, der dritten Papstbasilika. Die Kirche zählt zu den bedeutendsten Marienkirchen der Welt und beeindruckte uns besonders durch ihre prächtige Innenausstattung. Darin befindet sich nicht nur eine wertvolle Reliquie, die mit der Geburt Christi in Verbindung gebracht wird, sondern auch die letzte Ruhestätte des letzten Papsts Franziskus, der dort auf eigenen Wunsch hin begraben liegt. Danach besichtigten wir auch die Santa Maria degli Angeli e dei Martiri. Diese Basilika ist vor allem deshalb besonders, weil sie in die Ruinen der antiken Diokletiansthermen eingebaut wurde. Teile der ursprünglichen römischen Badeanlage sind bis heute erhalten und im Inneren der Kirche sichtbar. Besonders interessant war auch die Meridianlinie im Boden der Kirche, die früher zur Bestimmung der Zeit und der Sonnenstände genutzt wurde. Für Interessierte ging es danach noch weiter zur Kapuzinergruft mit der morbiden Knochenkapelle, in der Mönchsskelette zu kunstvollen Gebilden und Verzierungen arrangiert sind, um dem Besucher die eigene Sterblichkeit vor Augen zu führen – etwas morbide und sicher nichts für schwache Nerven.
Nach Shoppen oder dem italienischen „Dolce far niente“ am Nachmittag ging es für uns gestärkt mit gutem italienischen Essen und vielen unvergesslichen Eindrücken um 18 Uhr zurück nach Hause, wo wir unsere Eltern schon ziemlich früh aus dem Bett herausklingeln mussten, um uns abzuholen.
Ein Erlebnisbericht von Liya Heinen und Max Arnold (10b); [Fotos von Timo Wiegand, Denis Celebic (beide 10a) und Verena Maidl]





