Aktuell: Schülerinterview mit MdB Katrin Albsteigerzurück

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Steckbrief

 

Haben sie eine private Verbindung zu den Pfuhler Turnern oder waren sie rein beruflich bei dem Wettkampf [Wir waren bei einer Veranstaltung auf sie aufmerksam geworden]?
„Dadurch, dass ich früher selbst geturnt habe, schaue ich auch heute noch ab und zu bei den Turnern vorbei. Es war mir deshalb auch ein Anliegen, mich bei dem Neubau der Turnhalle in Pfuhl zu engagieren.“

Was waren Ihre Beweggründe, in die Politik zu gehen?
„Politik empfand ich früher eher als unattraktiv.
Jedoch kam ich, während meines Jobs als Schülersprecherin, zu dem Schluss, dass Politik nichts anderes sei, als sich zu engagieren und zu verhandeln.“

Wollten Sie schon immer etwas mit Politik machen?
„Ich wollte eigentlich immer Nachrichtensprecherin werden, entschied mich dann dazu, Volkswirtschaftslehre zu studieren. Somit bin ich eher als Quereinsteiger in der Politik gelandet“

Mit welchen Erwartungen sind Sie in die Politik gegangen und welche davon haben sich erfüllt?
„Meine  Erwartungen waren: Etwas zu lernen sowie die Politik zu verstehen und zu erleben.
Ich bin der Meinung, dass man nach ein paar Jahren vielleicht enttäuscht ist, wenn die eine große Sache in Erfüllung gegangen ist. Ich freue mich deshalb vor allem auch über die kleineren Dinge, wie z.B. die Versetzung eines Briefkastens oder auch die Digitalisierung der Verwaltung im Heimatort. Jedoch hoffe ich noch auf ein gerechteres Rentensystem, bei dem die jungen Leute weniger belastet werden. Da möchte ich mich gerne einbringen.“

Warum sind Sie zur CSU gegangen?
„Mir  hat die Idee dahinter gefallen, vor allem, dass die CSU doch eine breite Schicht der Bevölkerung vertritt. Außerdem empfand ich, dass  man dort ein gutes Mittelmaß zwischen Leistung und Gerechtigkeit vorfindet. Ich bin der Meinung, dass man einer starken Partei beitreten muss, wenn man etwas bewegen und umsetzen will.“

Was sind Ihre Aufgaben im Bundestag? (Mitglied seit 2013)
„Ich bin in zwei Ausschüssen, nämlich im Ausschuss für Angelegen-heiten der europäischen Union und im Ausschuss für Bildung und Forschung. Außerdem vertrete ich die junge Politik (unter 35).“

Hatten Sie schon des Öfteren Kontakt mit Angela Merkel? Was schätzen Sie
an ihr?

„Sie ist verrückt! (Anm: im absolut positiven Sinne).
Denn sie ist eine wahre ‚Vollblut- Politikerin‘, die sich für ihr Land bedingungslos einsetzt. Außerdem ist sie sehr klug und intelligent.“

Was halten Sie von den derzeitigen  Spannungsverhältnissen der CSU und der CDU?
„Ich finde die Spannungsverhältnisse sehr bedauerlich. CSU und CDU sind, wie in einer Ehe, immer Hand in Hand gegangen. Ich hoffe, dass die Krise bald vorbei ist.“

Sehen Sie die momentane Flüchtlingssituation als Krise an?
„Die momentane Flüchtlingssituation sehe ich nicht als Krise. Sie ist vielmehr eine riesige Herausforderung, die nicht so leicht zu bewältigen sein wird. Es wird eine Langzeitaufgabe sein, die Flüchtlinge in unsere Gesellschaft zu integrieren.“

Was genau möchten Sie mit der Jungen Union erreichen?
„Ich möchte für die Politik werben und jungen Leuten zeigen, dass Politik auch mit Spaß verbunden werden kann.“

Was genau machen Sie in der Jungen Union?
„Ich bin stellvertretende Bundesvorsitzende und organisiere kleinere Demos oder auch einen digitalen Wahlkampf.“

War es etwas Besonderes für Sie, als erste Frau zur Landesvorsitzenden der Jungen Union gewählt worden zu sein?
„Ja, denn ich bin der Meinung, dass es an der Zeit war, dass auch eine Frau in dieses Amt gewählt wird.“

Warum verzichteten Sie im Oktober 2013 auf eine erneute Kandidatur für den JU-Landesvorsitz?
„Da ich für den stellvertretenden Bundesvorsitz nominiert wurde, lehnte ich die Kandidatur zum Landesvorsitz ab. Zudem hat sich nicht alles erfüllt und auch kritische Stimmen, die jedoch ausgeräumt wurden, brachten mich zu dem Entschluss. Außerdem ist es ein Vollzeitjob, bei dem ich von vornerein wusste, dass ich mich am Ende wohl überarbeiten würde.“

Warum sollte Ihrer Meinung nach das Wahlalter herabgesetzt werden?
„Ich bin nicht dafür, dass das Wahlalter herabgesetzt wird, da schon viele der jungen Wahlberechtigten nicht wählen gehen.“

Was sagen Sie zu den Themen TTIP und CETA?
„Ich bin definitiv für die Handelsabkommen, da sie den Welthandel in vielen Kategorien einbeziehen. Vor allem können sie den Handel durch die Anwendung gemeinsamer Standards vereinfachen.

Wie sieht ein normaler Tag bei Ihnen aus?
„Es gibt einmal die Sitzungstage in Berlin. Da stehe ich um 5:30 Uhr auf, sitze um 7:00 Uhr im Büro und bin meist nicht vor 23:00 Uhr zuhause. Dann gibt es die Wahlkreistage, an denen ich Interviews, Veranstaltungen oder Sitzungen habe. Samstags habe ich dann oft Konferenzen. Den Sonntag versuche ich ohne Politik zu verbringen. Jedoch klappt das meistens nur an einem von 4 Sonntagen.“

Lässt Ihr Beruf noch Zeit für Hobbys?
„Nein, eigentlich nicht. Aber ich bin der Meinung, dass man sich trotzdem die Zeit nehmen muss. Meistens unternehme ich dann etwas mit der Familie und dem Hund, lese oder mache Sport.“

Wo sehen Sie sich in 10 Jahren?
„Ich habe noch keine konkreten Pläne. Aber ich bin mir sicher, dass ich immer noch in Neu-Ulm leben werde und mich weiterhin politisch engagieren werde.“
Vielen Dank, dass Sie sich so viel Zeit für uns genommen haben.